Der Vinum Weinguide 2026 schreibt: Getroffen vom Frost – und trotzdem stark aufgestellt: Tobias Weickert, längst als „Mister Scheurebe“ bekannt, präsentiert auch in diesem Jahr eine eindrucksvolle Bandbreite an Scheurebe und mehr. Im Gespräch äußerte er den Wunsch, seine Weine künftig trockener auszubauen – doch die Nachfrage scheint eine andere Sprache zu sprechen. Angesichts der 2024er Volkacher Kirchberg Scheurebe Spätlese feinherb ist das durchaus nachvollziehbar: mundwässernde Säure, angenehm leichte exotische Frucht und feine Restsüße – eine klassische Scheurebe im Kabinett-Stil, die einfach funktioniert. Bei 30 Grad im Kirchberg auf der Bank vor der Wallfahrtskirche „Maria im Weingarten“ wird daraus mühelos ein Sommermärchen. Deutlich frischer und vegetabiler zeigt sich die 2024er Obervolkacher Landsknecht Scheurebe – in der Nase leicht grünlich, am Gaumen mit spritziger Sauvignon-Blanc-Anmutung: ein unkomplizierter, sehr trinkfreudiger Sommerwein. Kräftiger tritt die 2024er Astheimer Karthäuser Scheurebe auf, saftig, mit klarer Mineralik und dreizehn Volumenprozent, die sich durchaus zeigen. Ein Hauch mehr Schlankheit hätte ihr gut gestanden – dennoch: ein charaktervoller Wein. Besonders leise und in sich ruhend die 2024er Sommeracher Katzenkopf Scheurebe, die mit wenig Frucht, aber umso mehr Kräutersalz und feinem Rauch aufwartet – ein starker Speisenbegleiter mit eigenständigem Profil. Fazit: Auch in diesem Jahr eine Kollektion mit Tiefgang, Vielfalt und Präzision. Die Herausforderung bei der Verkostung liegt in der feinen Unterscheidung zwischen Lagen, Rebsorten und Ausbaustilen bei oft identischem Etikett – aber genau das macht die Weine von Tobias Weickert so spannend. Vielen Dank für diese Vielfalt!



